Konzept der Betreuten Grundschule Hammer e.V.

Über uns:

Seit 1999 sind wir eine Elterninitiative und bieten eine zuverlässige Betreuung für Grundschüler der Uwe-Jens-Lornsen-Schule in Kiel-Hammer.

Wir unterstützen die Kinder in ihrer altersgemäßen Entwicklung. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Bildungsauftrag und der Förderung der Kinder.

Da wir Mitglied im Dachverband sind, erhalten wir von dort  jede Unterstützung für unsere Arbeit.

 

Unser Leitbild:

„Für alles gibt es eine kreative Lösung.“

 

Im Vordergrund unserer Arbeit steht die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der Kinder. Wir holen ein Kind da ab, wo es steht. Die Kinder sollen in Alltagssituationen lernen, um ihre gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen besser bewältigen zu können. Wir nehmen Kinder und ihre Bedürfnisse ernst.

 

Rahmenbedingungen

Räume, Öffnungs- und Ferienzeiten, Lage, Wohnumgebung

 

Die festen Räumlichkeiten der BGS Hammer befinden sich in dem Laubengang der Uwe-Jens-Lornsen-Grundschule, in dem auch der Eider-KinderLaden e.V. und der Sportverein Hammer zu finden sind. Die Schule liegt im südlichen Kieler Stadtteil Hammer, zwischen dem Russee, dem Drachensee und dem Schulensee. Das Schulgelände besteht aus zwei großen Außenbereichen mit diversen Spielgeräten und einem Sportplatz. Direkt anliegend an das Schulgelände erstreckt sich ein Naherholungsgebiet, das viel Raum und Möglichkeiten zum Spielen, Toben, Forschen, Lernen und Erleben bietet. Außerdem gibt es ein kleines Freibad in Hammer, das im Sommer eine richtige Attraktion ist dazu Spielplätze und ein Tiergehege.

Dem BGS Hammer e.V. stehen vier eigene Räume zur Verfügung, dazu kommt eine Mensa mit Küche. Nachmittags können die leer stehenden Räumlichkeiten und die Turnhalle der Schule genutzt werden.

Wir betreuen bis zu 110 Kinder Mo.-Fr. in der Zeit von 11.45 – 16.00 Uhr. Es gibt zwei Varianten der Betreuungszeiten: Die Kinder können bis 14 Uhr oder bis 16 Uhr angemeldet werden. In dieser Zeit bekommen die Kinder ein gesundes Mittagessen, sie haben die Möglichkeit ihre Hausaufgaben zu erledigen und können an verschiedenen Freizeitangeboten teilnehmen.

Feste Schließzeiten sind drei Wochen in den Sommerferien, zwischen Weihnachten und Neujahr und die Woche nach Ostern. Die restlichen Ferien werden die Kinder von 7.30 – 16.00 Uhr betreut. Dies gilt auch für Feiertage, bewegliche Ferientage und Schulentwicklungstage. Der Tag nach Himmelfahrt ist immer geschlossen.

 

 

Ziele für die pädagogische Arbeit mit Kindern

Entwicklungsbedingungen und Möglichkeiten:

 

Kinder im Alter von 5-12 Jahren brauchen eine klare Orientierung, was geht und was nicht geht. Dazu gehören feste Regeln für alle, Aufmerksamkeit und viel Geduld. Auch mal ein „Wegsehen“ bei wildem, aber harmlosen Verhalten. Herausforderungen statt stumpfe „Befehle“ und immer wieder Zuhören und Verstehen.

Ziele je nach Entwicklungsstand der Kinder sind die Förderung von:

  •                      Motorik
  •                      Kognition
  •                      Sprache
  •                      Sozialisation
  •                      Emotionale Entwicklung

 

Das Wort „Selbstbestimmung“ wird für die Kinder immer bedeutsamer und für ihre Entwicklung benötigen sie Freiräume und Anregungen.Kinder im Grundschulalter entwickeln jetzt soziale Kompetenzen und das moralische Gewissen. Später beginnt eine zunehmende Differenzierung und Sozialisierung. Dazu kommt die Entwicklung einer Geschlechtsidentität.

Der Schulbeginn bringt eine sehr umfassende Erweiterung und Neustrukturierung der Erlebniswelt mit sich. Regeln bestimmen nun den Tagesablauf.

 

Rechte, Umgangsformen, Individualität, Erfahrungen

 

„Kinder sind vollständige Persönlichkeiten mit Rechten und Pflichten“

(Maria Montessori)

 

Wir, das Team, halten uns daran, ihre Kindheit mit ihnen zu gestalten und nicht an ihnen vorbei. Eigene Erfahrungen und Fehler sind wichtig, um die Welt ständig neu zu entdecken.

Aggressionen und Moral gehören jetzt zum Alltag. Wut als ganz normale Gefühlsregung, die Kinder wie Erwachsene gleichermaßen haben, kennen zu lernen und sie wie andere Gefühle selbstverständlich äußern zu dürfen, ist eine wichtige Lernerfahrung.

 

Soziale Kontakte zwischen Kindern: Gruppe, Konfliktlösungen, Regeln, Freiräume

 

Kinder brauchen Kinder! Die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen fördert die Reflexion. In spielerischen Situationen werden den Kindern durch widerspiegelnde Verhaltensweisen und Reaktionen eigene Grenzen und die der anderen aufgezeigt.

In der BGS Hammer gibt es feste Regeln, die für jung und alt gelten und an denen die Kinder geborgen Höhen und Tiefen des Lebens erkennen und begreifen lernen.

Diese Regeln werden für und mit den Kindern aufgestellt und in einzelnen Räumen gut sichtbar aufgehängt. Von Zeit zu Zeit werden die Regeln auf ihren Sinn und Zweck überprüft.

Feste Strukturen erlauben einen großen Freiraum, den die Kinder nutzen können ohne den Halt zu verlieren.

 

Kreativität, sprachliche Entwicklung, Bewegung, Umgang mit Räumen, Material

 

In der BGS Hammer wird Kreativität in allen Bereichen ganz groß geschrieben.  Wir arbeiten mit vielen Materialien wie Papier, Ton, Gips, Pappmarche, Wolle, Filz und Holz und lernen sie dabei kennen. Aber auch der kritische Umgang mit Medien wird bei uns immer wieder thematisiert, um ein verantwortungsvolles Medienbewusstsein zu entwickeln.

Kommunikation bestimmt inzwischen einen großen Teil des Lebens der Kinder, zu Hause wie in der Schule, bei Freunden und auch bei uns. Durch zuhören, etwas mitteilen, Gefühle erkennen und benennen wird die sprachliche Entwicklung kontinuierlich gefördert.

Die Bewegung ist gerade im Schulalter wichtiger denn je. Die Kinder sitzen vormittags oft lange und ruhig. Sie brauchen ihren Ausgleich und lernen über die Bewegung ihren Körper kennen und beherrschen.

Im Mittelpunkt stehen die individuellen Bildungsprozesse jedes einzelnen Kindes in vielen Erfahrungsfeldern. Als „Forschungsassistenten“ regen wir an und helfen, wenn Hilfe gewünscht wird. Das Motto ist aber eindeutig: „Das kann ich alleine!“

In der Reggio Emilia wird der Raum als dritter Erzieher bezeichnet. Räume können Bildungsprozesse fördern oder behindern. Bei uns sind Räume wandelbar und vermitteln trotzdem Ordnung und Klarheit.

 

 Gesundheit/Ernährung: Hygiene, Mahlzeiten, Manieren, Küche, Umweltbewusstsein

 

Gesundes Essen und viel Bewegung! Unsere Köchin bereitet das Essen jeden Tag frisch zu. Dazu nutzen wir frisches Gemüse und Obst der Saison. Wir legen besonderen Wert auf eine gesunde ausgewogene Ernährung. Es wird hauptsächlich vegetarisch gekocht, täglich kommt frisches Obst auf den Tisch und bei Fleischgerichten verwenden wir ausschließlich Biofleisch, vorwiegend von der Hofschlachterei Muhs in Krummbek.

Unsere Köchin berücksichtigt natürlich Unverträglichkeiten und Allergien bei der Zubereitung der Gerichte. Es gibt einen monatlichen Speiseplan und Kinderwünsche werden gerne umgesetzt.

Die Kinder füllen sich nur so viel auf den Teller, wie sie essen können/wollen. Wir halten jedes Kind zum Probieren an, um die vielfältigen Geschmacksrichtungen zu entdecken. Dadurch verhindern wir auch zu viel Überschuss, der im Müll landet.

Während des Essens legen wir besonderen Wert auf Umgangsformen und Tischmanieren: Die Schüsseln werden weitergereicht, nicht mit vollem Mund gesprochen, guter Umgang mit dem Besteck gezeigt, ruhige Gespräche geführt, nicht mit dem Essen gespielt, usw.

Auch das Thema Hygiene wird besprochen und stets vor dem Essen die Hände gewaschen.

 

Formen und Methoden der pädagogischen Arbeit

Projekte, Angebote, Aktivitäten, Schularbeiten, Eingewöhnungszeit

 

Bei den Projekten richten wir uns nach den Bildungsleitlinien und greifen situationsbedingt Ideen und Anregungen der Kinder auf. Es gibt täglich ein variables Angebot für die Kinder aus den unterschiedlichsten Sparten:

 

  •                      Kochen/Backen
  •                      Basteln/Malen
  •                      Spiel und Sport
  •                      Mädchen/Jungs-Gruppen
  •                      Outdoor-Aktivitäten
  •                      Spielerisch eine Fremdsprache und Kultur kennen lernen
  •                      Um-/Mitgestaltung der Räume
  •                      Entspannung
  •                      Vorlesen

 

Und immer gilt: Es gibt keine Überfrachtung mit Bildungsangeboten. Natürlich wird auch mal einfach so vorgelesen, geknuddelt, getobt, umarmt, gemalt, Musik gehört oder „abgehangen“, damit das „Kindsein“ nicht zu kurz kommt.

 

 

Exemplarischer Tagesablauf

Struktur,  Rituale

 

Rituale und Strukturen sind wichtig, um den Kindern Vertrauen in ihren Tag zu geben. Wann muss wer wo hin und wann findet was wo statt!

 

11.45 Uhr: Schulschluss der 1. und 2. Klasse

Die Kinder kommen in die BGS Hammer, stellen ihre Schultaschen an ihre festen Plätze, hängen ihre Jacken an und gehen in die Mensa. Wir überprüfen dabei die Anwesenheit der Kinder. Wenn auch das letzte Kind einen Sitzplatz gefunden hat, gibt es eine kurze Begrüßung, Informationen für den Tag und dann wird gemeinsam gegessen. Und manchmal auch Geburtstag gefeiert mit einem Lied, einer Kerze, einem kleinen Geschenk und Naschis.

Ab 12.30 Uhr gibt es verschiedene Hausaufgaben-Gruppen, die fest eingeteilt sind und möglichst von den gleichen MitarbeiterInnen betreut werden. Dazu gehen die Gruppen in eigene Räume, damit die Kinder in Ruhe und mit Hilfe ihre Aufgaben machen können. Es ist eine Hausaufgabenbetreuung und keine Nachhilfe! Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Schule sind wir immer auf dem aktuellen Stand der HA.

Die Kinder, die ihre HA zuhause machen, gehen gleich nach dem Essen nach draußen an die frische Luft zum Spielen.

12.45 Uhr: Schulschluss der 3. Und 4. Klasse

Selber Ablauf wie bei den 1. Und 2. Klasse nur die HA werden im Anschluss in einer Gruppe verrichtet.

13.30 Uhr kommen die letzten Schüler aus dem Unterricht, Flöten- oder Förder-AGs

Ab 14.00 Uhr finden die unterschiedlichsten Aktionen statt.

(siehe: Formen und Methoden)

 

Zwischendurch werden Getränke und frisches Obst an die Kinder ausgeteilt. Und manchmal auch etwas Süßes.

 

Gegen 15.30 Uhr wird mit dem Aufräumen begonnen und um 16.00 Uhr ist auch das letzte Kind abgeholt und wir haben Feierabend.

 

 

Ziele und Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern

Mitbestimmung, Informationen, Erwartungen, Vertrauen, Vertrag

 

An erster Stelle stehen das Wohl des Kindes, die Zufriedenheit der Eltern und unser Spaß an der Arbeit. Die Grundlage für gutes Gelingen besteht aus der Zusammenarbeit. Wir nehmen die Sorgen, Nöte, Ängste und Befürchtungen der Eltern wahr und ernst. Jedes Kind ist einzigartig, für niemanden gibt es einen festen Fahrplan und ein genaues Hinsehen ist wichtig.

Wir arbeiten grundsätzlich eng  mit den Eltern zusammen. Wir verstehen uns als Ergänzung zum Elternhaus. Kinderbetreuung ist immer eine Vertrauenssache und das Vertrauen muss auf beiden Seiten stimmen.

Natürlich werden die Eltern über kleine und große Begebenheiten informiert und auch wir erwarten Informationen, die unsere Arbeit mit den Kindern betreffen. Dazu pflegen wir spontane Tür-und-Angel-Gespräche genauso wie ausführliche Elterngespräche.

 

 

                 Zusammenarbeit und Weiterbildung der Mitarbeiter

Zufriedenheit, Mitarbeitergespräche, Fortbildung

 

An erster Stelle steht eine zufriedene Stimmung unter den MitarbeiterInnen. Diese gute Stimmung überträgt sich automatisch auf die Kinder und vermittelt ein positives Stimmungsbild nach außen.

Jeder MitarbeiterIn hat seinen/ihren Verantwortungsbereich und ist für die Kinder darin fester Ansprechpartner. Grundsätzlich können alle alles und jederzeit die Vertretung des anderen übernehmen.

 

In wöchentlichen Mitarbeiterbesprechungen werden wichtige Termine, Informationen, Interessen und Wünsche für die kommenden Woche ausgetauscht. Hier hat jeder MitarbeiterIn die Möglichkeit sich Rat undUnterstützung bei Unsicherheiten zu holen und auch unschöne Situationen zu schildern.

Alle MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit an Fortbildungen, Weiterbildungen, Workshops oder Seminaren teilzunehmen, die für unsere Arbeit förderlich sind, dazu gehören auch regelmäßige SuperVision-Termine mit einer externen Fachkraft.

 

 

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Kindergarten, Schule, Sportverein, Dachverband

 

Eine besondere Zusammenarbeit besteht mit der benachbarten Uwe-Jens-Lornsen-Grundschule und den Lehrkräften. Es findet ein ständiger Austausch mit ihnen statt. Das gilt auch für den Eider-KinderLaden, in dem viele unserer betreuten Kinder Geschwister haben.

Schulkinder, die nicht in der BGS Hammer angemeldet sind, haben die Möglichkeit sich an ein bis fünf Tagen in der Woche zum Mittagessen anzumelden.

Zu dem Sportverein Hammer besteht ein gutes Verhältnis und vielleicht kann daraus mehr werden.

Der Dachverband steht uns immer gerne mit Rat und Tat zur Seite und bietet uns viele Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen an.

Ansonsten sind uns immer kurze Wege und Informationen wichtig, um eventuelle Probleme und Krisen aus dem Weg zu räumen.

 

 

                                  Ein Wort zum Schluss

Unsere Ziele sind anspruchsvoll, aber nicht unmöglich.

Kinder leben in ihrer eigenen Welt, die sich von der Erwachsenenwelt deutlich unterscheidet. Bei uns bekommen sie Möglichkeiten dies auch auszuleben.

Wir wollen den Kindern ihr Recht auf Fehler, Neugierde und Größenwahn lassen, bewundern wir ihren Mut, ihre Ungestümtheit und ihr Staunen, lernen wir   von ihnen was Magie, Fantasie und Logik ist und begleiten sie mit Liebe, Verständnis und Zuversicht.

 

Wenn wir die gleiche Idee davon haben, wie Kindsein geht, freuen wir uns auf

 Sie und Ihr Kind!

 

Ihr BGS Hammer Team

 

(Stand: Sept. 2016)